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MEIN GEILSTER TAG

 hätte das eigentlich werden können. Morgens brachte ich endlich, wenn auch nach zu wenig Schlaf, meine Magisterarbeit ab. Endlich, nach sechs Monaten schreiben, ein wirklich geiles Gefühl. Was mir da für ein Felsblock vom Herzen fiel, unglaublich.

Grund genug um mich selbst zu beschenken. Also ab ins Number Two, wo ich die Super Black Market Clas h Triple Ten Inch erstand. Zu einem unglaublich geilen Preis.YEAH!

Ich war noch in Frankfurt, genauer gesagt in der B-Ebene des HBFs, als mich Andy anrief und mir mitteilte, das die FRONT Platten da sind. YEAH, YEAH und nochmals YEAH!!!

Zuhause angekommen, die FRONT Platten bewundert und gleich angehört. HAMMER!

Und dann Abends noch Turbostaat und Nein Nein Nein in der Öttinger Villa. Die Zeichen standen eindeutig auf Endorphin pur!

Und dann die Autofahrt. Unspektukalär, bis wir auf einmal diese eine Kreuzung passierten und uns ein Pizzataxi voll in die Seite krachte. Zwei Totalschaden. Meine rechte Schulter schmerzte ein wenig. Sicher geprellt, dachte ich und nachdem die Autos abgeschleppt waren zogen wir weiter in die Villa. Dort auch gleich eine Rückfahrgelegenheit ergattert und ab dafür. Geiles Konzert , von Nein Nein Nein leider nur noch ein Lied, Turbostaat geil wie immer, dann nach Hause, ab ins Klatsch und noch richtig abgestürzt.

Am nächsten Tag schmerzt die Schulter immer noch. Und hat auch eine hübsche kleine Schwellung. Ob ich mal besser zum Arzt gehe? Na gut. Der röngt die Schulter und stellt fest: Kapselriss in einem der Schulterbänder. Prompt bekomme ich einen Rucksackverband und die Auflage die nächsten Wochen, die rechte Schulter nicht zu belasten, was garnicht so einfach ist, wenn mal Rechtshänder ist.

Shit! Nun bin ich einarmiger Bandit, oder so.

Naja, geil wars trotzdem. Und manchmal gibt´s ja auch am schönsten Sommertag einen kurzen Schauer, oder nicht? 

17.12.06 02:25


MORGEN GRAND SLAM

im Schlachthof Wiesbaden. Hingehen. Wird toll. Übrigens mit mir.

Lohnt sich also 

19.12.06 01:19


HEUTE ABEND LESUNG IM CAFE KLATSCH!

Punkrock-lesung und spoken word poetry!

Ein Abend voller Punkrock und Poesie. Geschichten aus dem After der Gesellschaft. Jede Zeile ist infiziert vom Terror des deutschen Albtraums. Sie artikulieren die Ängste und Agonien einer nach hundertausenden zählenden Minorität im Niemandsland zwischen brutaler Entmenschlichung und ohnmächtiger Verzweiflung. Es lesen die unnachahmlichen MÖB MAßLOS, JENS JEKEWITZ  und FALK FATAL.


Beginn 20.30 Uhr
Eintritt frei.

P.S. Der Slam letzte Woche verlief wider Erwarten sehr gut. Bin Zweiter geworden. Hätte ich selbst vorher nicht geglaubt.

 

27.12.06 10:34


UND ES GEHT SCHON WIEDER LOS

genau genommen  letzten samstag, als mir bei dem verzerr eines übelst leckeren vollkorn müslis, die füllung aus der fresse fiel. gut das mir dies genau vor dem feiertagschaos passierte.

egal, der nerv ist tot, ich verspüre keinen schmerz. heute war ich bei meiner zahnärztin und nachdem circa acht augen in meinen rachen blickten, wurde klar, demnächst sehe ich aus wie der beißer.! noch mehr silber in mein maul!

meine krohne wird in china gefertigt werden. endlich ein könig!

heißt für mich, demnächst keine zahnpasta mehr, sondern politur. aber egal, wenn es der zahnpflege dient. 

aber weg von den zähnen, hin zur szene. har har. gestern hatten wir ja die lesung und das war echt cool. über zwei stunden wollte uns das gut gefüllt cafe klatsch ertragen. danke.

und sonst? ja, prima. das bier fließt leider öfter, als die worte. aber gerade, ist das egal. zwischen den jahren, ist es das beste diesen gesellschaftlichen ausnahmezutand, zwischen besinnlichkeit und feuerwerk geballer zu überbrücken.

23 bier später sitze ich hier, den bad taste abend im klatsch hinter mir. höre gerade die gelungene aufnahme der lesung und freu mich.

immerhin der zweite tag hintereinander, an dem ich mit einem grinsen penne gehe.

das ist doch einiges! 

 

 

29.12.06 01:40


ALS ICH WEGEN DREI REGENTROPFEN EIN AUGE VERLOR

Ich meine, ich hätte es ja wissen müssen, das sowas passiert. Was kann man schon von einem Tag erwarten, der um 6.00h mit Arbeit beginnt. Und das noch an einem Samstag. Warum ich Samstags arbeite? Nun, ich habe halt nie was richtiges gelernt, oder zumindest nicht die Sachen, die Dir den supertollen Job (Gibt´s eh nicht! Arbeit ist Scheiße!!!) verschaffen. So blieb mir halt nicht die Riesenauswahl, eigentlich hatte ich keine. Das war das einzige, was ich machen konnte, ohne mir die Haare entfärben zu müssen, Ringe aus dem Gesicht nehmen zu müssen und wo es keine Kleiderordnung gibt. Warum arbeiten? Klar, Arbeit ist scheiße, aber irgendwas zu fressen und zu trinken brauche ich halt auch. Bin auch nur ein Mensch.

Also zurück zu heute Morgen. Um 5.00h klingelte der Wecker und mir blieb leider nichts anderes übrig, als aufzustehen. Eigentlich war es kein richtiges aufstehen, da ich ne Stunde früher erst nach Hause kam. Ich war auf irgendeiner Party. Nichts besonderes, paar Leute waren da, pseudointellektuelles Geschwätz, ein paar faxen. Ihr kennt das ja. Aber ich trank halt ein paar Flaschen Wein, so drei oder vier. Ein paar Flaschen Bier waren bestimmt auch dabei, aber was soll´s. Kurze rede, langer Sinn, nee umgekehrt, ich wachte ziemlich verkatert und wohl noch immer betrunken auf. Trotzdem war ich recht pünktlich auf der Arbeit. Working Class olè!!!

Meine Stimmung war also dementsprechend mies. Nun gut, ich baute halt diese scheiß Bühne auf. Was natürlich dauerte und dauerte. Zwischendurch ging ich kotzen. Ich war aggressiv und versuchte Stress mit meinen Kollegen anzufangen. Zum Glück kennen die mich schon länger, so daß niemand richtig darauf einging. Scheiße, diese Monotonie. Baust Du eine Bühne auf, kennst Du alle oder so irgendwie. Viele, viele Metallträger rumschleppen, hochhiefen, an die Seilwinde, die vorher mal wieder an der Decke verankert wurde und die ganze Scheiße hochziehen. Dann die Bodenteile, Metallstangen mit Holzplatten verschrauben und so weiter. Irgendwann war halt Mittagspause. Dummerweise hatte ich mir

vor einiger Zeit zwei Bücher aus der Stadtbücherei ausgeliehen. Bukowski´s Fuck Machine und McCullers Das Herz ist ein einsamer Jäger. Der heutige Samstag war halt der letzte Abgabetermin. Hätte ich die Bücher heute nicht abgegeben, hätte ich Strafe zahlen müssen. Das wollte ich dann doch nicht, also hetzte ich in meiner kurzen Mittagspause in die Stadt, in Richtung Bücherei. Ich hätte es ja wissen müssen!

Samstags geht man normalerweise ja auch nicht in die Stadt. Da ist alles voll mit Konsumgeilen Menschen. Die Stadtbücherei liegt halt mitten in der Fußgängerzone und die ist Samstags immer voll mit Menschen, die denken, sie müßten sich ne neue Jeans kaufen. Ist ja auch klar, wenn man erst 36 Stück hat. Überhaupt schon das durchhetzen zwischen diesen Menschen ist eine Höllenqual. Ich hasse sie!!! Kaufen, kaufen, kaufen und sich glücklich fühlen. Abgestumpft und leer und sich freuen, wenn Big Brother läuft. Bäh, Samstags in die Stadt gehen und sehen und gesehen werden und sich glücklich fühlen. Und dann gleich diese Massen! Tausende Zombies laufen rum mit ihren Karstadttüten und versperren mir den Weg auf meinem Weg zur Bücherei. Alt und Jung vereint, irgendwie funktioniert er ja doch, der Generationenvertrag.

Nun gut, das ist irgendwie jeden Samstag und eigentlich jeden Tag so, außer Sonntags, da haben die Geschäfte zu, aber vielleicht wird das ja auch noch durch das neue Ladenschlußgesetz geändert. Was heute anders war, war vielleicht der leichte Regen. Regen war es eigentlich nicht. Zwei, drei Regentropfen, nicht der Rede wert. Aber gewisse alte Damen brauchen da halt schon einen Regenschirm um ihre teure, graue Frisur zu schützen, junge Männer und Frauen ebenfalls. Die Haarpracht ist halt schon wichtig. Und Haarspray von L´oreal ist halt nicht Wasserfest.

Das war Punkt eins, der diesen Tag so besonders machte. Punkt zwei war, das ich dachte, wenn ich über den Rathausplatz gehe, komme ich schneller zum Ziel. Bloß die Mittagspause nicht überziehen. Echte Workingclass halt. Dummerweise ist Samstags wohl immer Wochenmarkt, das heißt man kann Eier und Schinken für viel mehr Geld kaufen, als unter der Woche kaufen, als unter der

Woche im Supermarkt. Das ist natürlich ein Fest und das zieht natürlich Leute an.

Von all dem wußte ich nichts in meinem jugendlichen Leichtsinn. Ich lief also los in Richtung Innenstadt, zur Stadtbücherei und da der Weg über den Rathausplatz der kürzeste war, rannte ich voll in diese Menschenmenge rein. Tausend Leute mit Regenschirmen, auf der Suche nach einem BSE freien Fleischstück. Geil dachte ich mir, das wird ein Spaß und er wurde es auch! Vorahnungen sind halt besser als überhaupt keine Ahnung! Häh?

Habt ihr schon einmal versucht durch eine dichtgedrängte Menschenmenge voller Regenschirme zu laufen???

Zumal, wenn ihr überdurchschnittlich groß seid. Es ist die Hölle. Ich war nur am ausweichen. Bloß nicht von einer diesen Regenschirmspitzen getroffen werden. Mein Kopf schwenkte von links nach rechts, von vorne nach hinten und umgekehrt, bloß mein Augenlicht behalten, war mein Gedanke, und dann passierte es! Ein Moment der Unachtsamkeit und ich spürte diesen höllischen Schmerz. Kann das jetzt gar nicht so auf das Papier bringen, aber es war stechend, brannte wie die Hölle und ich schrie! Mittenrein! Eine ganz komische Mischung aus Blut und weißer Flüssigkeit tropfte, quatsch, sie rann zu Boden. Benommen stand ich da, den Kopf nach vorne gebeugt, meine Hände hielten mir das Auge zu, in der Hoffnung den Schmerz zu lindern, es ungeschehen zu machen, irgendwas zu retten oder weiß der Teufel was, aber diese rotweiße Flüssigkeit strömte einfach nur dem Boden entgegen und ich schrie.

Die alte Frau, die mir ihre Regenschirmspitze ins Auge stach, klopfte mir auf die Schulter und meinte, das sie das schon im Krieg erlebt hätte und alles halb so schlimm sei und schließlich drückte sie mir noch ein Taschentuch in die Hand, damit ich die Blutung ein wenig stoppen könnte. Dann meinte sie, das wird schon mein Junge und verschwand in der Menge. Da stand ich nun, es schmerzte, mir war schwindelig und ich dachte schon, mir wird gleich Schwarz vor Augen, ähm Auge. Irgendwie gelang es mir doch noch auf den Beinen zu bleiben. Erstmal einen klaren Kopf bekommen. Was nun?

Ich bückte mich und hob die Reste meines Auge auf und klapperte einige der Stände ab, bis ich einen fand, der mir einen Erste Hilfe Koffer geben konnte. Ich verband also notdürftig mein Auge und machte das ich da weg kam, schließlich war meine Mittagspause schon lange vorbei. Mein Chef war ganz schön sauer, aber er hat es schließlich doch noch eingesehen, das es nicht meine Schuld war. Die Bücherei war da nicht so kulant.
29.12.06 12:54


WIR WERDEN SEHEN

der alkohol quillt mir aus den ohren.

lang war es heute abend. und ereignislos. mein bester freund hat eine tolle frau gefunden. ich hoffe für ihn, das er es nicht wieder versaut.

danach wurde ich zeuge eines gesprächs zwischen einer politik-interessierten schülerin und einer fast-spd-abgeordneten. langweilig. immerhin konnte ich aufschnappen, das die cdu mehr säuft. aber das ist ja keine neuigkeit. wer sich cdu politiker anschaut, merkt das sofort. aber ich muß aufpassen, so parteilos ich bin, so besoffen ist meine schreibe. ihr glaubt gar nicht, wie schwer es gerade ist, die richtigen buchstabentasten zu erwichen.

dann verschleppte michn ulle in den schlachthof, wo es auch nicht besser wurde. fleischbescau deluxe. doch wenn man in festen händen ist und sowieso nie einen coolen anmachspruch parat hat, ist das auch langweilig. abgehakt.

zuhause, alleine, in meinem kleinen kämmerlein, fühle ich mich eh wohler.

ich höre gerade die neue tom waits platte "orphans" und wie soll es anders sein, ist sie großartig.

gerade kam mir ein großer schwall kotze hoch, wie passend zu diesem abend.

wird wohl besser sein, mich jetzt schlafen zu legen.

30.12.06 03:08


p.s.

gerade läuft "bottom of the world" und GENAU SO FÜHLE ICH MICH! schön, komisch, traurig, oder wie auch immer. plötzlich fließen die lebenssäfte wieder durch meinen ausgemerkelten körper. 5:42minuten die dir das leben schenken. die dich fortuna küssen lassen, das du diese klänge noch hören darfst. 5:42minuten, die das leben erträglich machen. 5:42minuten, die eine traurige geschichte erzählen, so traurig, das du weißt, so traurig wird es nicht, 5:42minuten, die sagen, so traurig möchte ich auch mal sein, 5:42minuten schönheit, 5:42minuten, dieses gefühl, das ich einfangen möchte, so schaurig-schön, so erhaben, so großartig. 5:42minuten, mehr sind es nicht, sie genügen. danke. danke tom. danke tom waits. danke für diese 5:42minuten. danke.
30.12.06 03:25





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