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DER LETZTE SCHLUCK

Es ist spät,

der Morgen beginnt sein Grauen.

Ich stehe vor meiner Matratze,

beide Füße fest auf den Boden gesetzt,

greife ich zur Flasche

und nehme den letzten Schluck.

Es ist wie Diamanten,

die sich mir Durch die Kehle schneiden,

der letzte Tropfen menschlicher Sympathie

läuft in mir hinunter,

alle Liebe und alles Mitgefühl,

trinke ich weg,

mit diesem einen Schluck.

Ich lächle

Und die Welt zerfällt in Trümmer.

Ich lache über den Abgrund Hinweg,

über diese verrottete,

zivilisierte Welt

und über den stinkend morastigen Bodensatz

auf dem Grund der Grube,

huscht mein Lächeln hinweg,

unschuldig wie eine Fata Morgana.

Ein neuer Tag beginnt,

nicht mehr als eine Erinnerung.

Eine wilde Hoffnung.

16.11.06 11:53


Juchu, end lich habe ich auch ein Blog!

Genau, mal schauen was hier noch so passiert...
16.11.06 11:51


OMA UND DER PROPHET

Wach wurde ich durch das Telefon, aber ich hob nicht ab. Sicher ist Sicher. Stattdessen schlurfte ich in die Küche und kochte mir Wasser, welches ich anschließend in eine Tasse goß und mit einem Löffel Auflösekaffee verrührte. Dann schlurfte ich zurück, denn währenddessen läutete jemand an der Haustür sturm. Ich öffnete und erschrak. Vor mir stand Mohammed. Zumindest wies ihn sein Namensschild als dieser aus.
Vielleicht sollte ich erklären warum ich erschrak. Nun gut. Zunächst möchte ich noch anfügen, das ich kein gläubiger Mensch bin, doch hatten mich die Worte des Papstes Benedict sehr bewegt. Hatte dieser doch den Propheten Mohammed im Zusammenhang mit Gewaltanwendungen bei der Verbreitung des Glaubens scharf kritisiert und plötzlich stand er vor mir. Konnte das Zufall sein? Hatte ich mich doch bisher immer sehr religionsfeindlich geäußert und als Atheist bezeichnet. Schnell betete ich einen Rosenkranz, als mich der Prophet aus meinen Gedanken riss.
„Ich soll den Herd abholen.“
„Äh, was?“ gab ich verwirrt zurück.
„Den Herd, der dort hinter Ihnen steht.“
Ich drehte mich um und tatsächlich, dort stand der Herd, der uns vor zwei Tagen geliefert wurde und sich dann nicht montieren ließ, da unsere Küche nicht den gängigen Herdnormen entsprach.
„Äh, ja, natürlich. Bitte“ antwortete ich und trat beiseite, damit der Prophet seine Arbeit verrichten konnte.
Mit großer Kraftanstrengung lud dieser den Herd auf eine Sackkarre, ließ mich ein Dokument unterschreiben, welches die Richtigkeit dieses Vorgangs bestätigte und verschwand zusammen mit dem Herd.
Froh, nochmals dem Zorn der muslimischen Welt entgangen zu sein, nippte ich erst einmal an meinem Kaffee, der immer noch zu heiß war und mir den Mund verbrannte. Viel Zeit, um ausgiebig darüber zu fluchen, blieb mir aber nicht, klingelte doch das Telefon in meinem Zimmer erneut, wohin ich mich begab und ohne großes Nachdenken nach dem Hörer griff.
„Ja?“
„Hey Falk, hier ist Bill. Was läuft so bei dir?“
„Fick dich du Arschloch. Du bist nicht Bill. Bill hockt auf Hawaii in einer Tikibar, schlürft Cocktails und lässt sich einen blasen.“
Den Leser mag mein schroffer Ton verwundern, doch sollte er, oder sie, wissen, das mich seit geraumer Zeit irgendwelche Spinner anriefen und sich für Bekannte von mir ausgaben. Und ich wusste genau, das dieser Spinner nicht Bill Clinton sein konnte, denn wie ich schon sagte, hockte dieser gerade in einer Tikibar auf Hawaii und schlürfte Cocktails.
„Nee, im Ernst, ich bin´s, dein alter Kumpel Bill. Ich rufe dich an, weil ich deine Hilfe brauche. Ich bin gerade dabei, eine neue Nahostinitiative für Hillary zu starten. Du weißt doch, das sie für die nächsten Präsidentenwahlen kandidieren will und eine außenpolitische Vision wird ihre Chancen im Vorwahlkampf natürlich erheblich steigern. Hast du eine Idee?“
Nein, das konnte nicht Bill sein. Da konnte mir der Typ am Telefon nichts vor machen, aber das mir der Prophet Mohammed erschienen war, nahm ich als Zeichen, mich doch noch mit dem Islam auszusöhnen. Und was konnte da besser sein, als eine Nahostinitiative, die das Leben der Moslembürder da unten erleichtern würde.
„Okay Bill, hör mir zu. Gräben um Bagdad zu ziehen ist absoluter Mist. Die nutzen nichts. Wenn uns die Geschichte eines lehrt, dann, das Gräben nichts nutzen. Das wissen wir Europäer am Besten. Eine Mauer dagegen hilft vorzüglich. Schau dir West-Berlin an. Da wurde eine Mauer herumgezogen, und dadurch konnte sich die Stadt 28 Jahre erfolgreich vor der kommunistischen Bedrohung schützen und so ein Sinnbild für die westlich-demokratische Grundordnung werden. Ohne die Mauer wäre Berlin den Kommunisten in die Hände gefallen und die Welt heute ein stalinistisches Gulag. Also, soll Bagdad frei bleiben, zieht eine Mauer drum, aber keine Gräben. Klar? Außerdem hilft so ein Mauerbau der Bauwirtschaft viel mehr als ein paar Gräben.“
„Oh Mann Falk, was würde ich ohne dich bloß machen? Besten Dank. Ich werde Hillary sofort eine SMS mit deinem Vorschlag schicken. Oh Mann, das hilft mir echt weiter. Wenn ich dir mal einen Gefallen tun kann, lass es mich wissen. Machs gut.“
Und dann hatte er aufgelegt.
So ging das schon seit Wochen. Diese Spinner waren wirklich überall. Was ich mich immer frage, wie zur Hölle kamen die bloß an meine Nummer? Wir hatten uns doch eine Geheimnummer zugelegt, um gerade diesem Telefonterror zu entgehen. Aber selbst ist der Mann und wird in den Medien nicht immer Hilfe zur Selbsthilfe gepredigt? Oder war das auch nur eine geschickte Medienschlacht der Schusswaffenindustrie um den Umsatz anzukurbeln? Egal, irgendwas musste ich tun. Ich ging zum Schrank und wühlte in meiner Gimmickkiste. Dort verstaute ich allen möglichen Mist.
Ü-Eier Figuren, Cornflakespackunggimmicks, Scherzartikel, Fußballsammelkarten und meine Trillerpfeife, die ich schließlich triumphierend aus der Kiste zog. Sollten die Spinner mich doch weiter belästigen. Ich würde sie schon gebührend empfangen.
Mit stolzgeschwelter Brust schlurfte ich wieder in die Küche, um mir einen weiteren Auflösekaffee (sagte man da früher nicht Muckefuck zu?) aufzusetzen, diesmal penibel drauf achtend, das das Wasser nicht kochte, sondern nur ein wenig köchelte. Noch einmal den Mund verbrennen wollte ich nicht. Daraufhin schlurfte ich zurück in mein Zimmer und setzte mich erwartungsfroh auf die Couch neben dem Telefon. Ich schaltete den Fernseher ein und zappte mich durch die 67 Kanäle und suchte eine Liveübertragung vom Krieg. Fand aber leider keine, sondern nur ein paar brennende Kirchen in Nahost. Das kannte ich aber schon aus Norwegen. Enttäuscht schaltete ich den Fernseher aus. Und wartete.
Nach einer knappen Stunde klingelte das Telefon erneut. Erwartungsfroh hob ich ab.
„Ja?“
„Hallo Falk, hier ist deine Oma, ich habe schon so lange nichts mehr von dir gehört und da wollte ich...“
Weiter kam sie nicht, denn in der Zwischenzeit hatte ich die Trillerpfeife an meinen Mund geführt und blies mit voller Kraft in sie hinein. Dann knallte ich den Hörer mit einem Triumpfschrei auf die Gabel und legte auf.
Dieser Spinner, das sollte ihnen eine Lehre sein! Wer sich mit Falk Fatal anlegt, der zieht den Kürzeren!
Wiesbaden, 16. September 2006
16.11.06 11:50


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